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Wildbienen vs. Honigbienen

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Ist die Rede von Bienen, denken die meisten nach wie vor an die Honigbienen. Dabei ist die Honigbiene nur eine (!) von über 600 verschiedenen Bienenarten in der Schweiz. Ursprünglich wild und frei, ist sie heute ein blosses Nutztier und in ihrer Wildform so gut wie ausgestorben.

Einseitige Förderung

Spätesten seit dem Film "More than Honey" erfahren die Honigbienen viel Aufmerksamkeit und Sympathie. Dies wäre an sich nicht problematisch, denn die Honigbienen sind tatsächlich sehr spannende und fleissige Wesen. Auch bereichern sie uns neben ihrem Honig mit wertvoller Bestäubungsarbeit. Dabei gerät jedoch oft in Vergessenheit oder wird gar nicht erst klar, dass es auch noch ihre wilden Verwandten gibt. 

Tatsächlich sind Wildbienen sowohl für unser Ökosystem, als auch die Bestäubung der Pflanzen, die wir für die Produktion unserer Lebensmittel brauchen, von weitaus grösserer Bedeutung.

Auch sind Honigbienen nicht wirklich gefährdet, ihr Bestand nimmt gar immer mehr zu. Lesenswert ist der zwar nicht mehr ganz aktuelle, jedoch aufschlussreiche Artikel: Biene Maja muss nicht sterben.

Gefahr für die Wildbienen

Immer mehr Studien zeigen, dass sich eine hohe Honigbienendichte negativ auf Wildbienenbestände auswirkt. Ausschlaggebend ist hier vor allem die Konkurrenz um die vorhandenen Nahrungressourcen. Die Wildbienen ziehen hier klar den Kürzeren. Denn in Jahren oder Regionen mit einem schlechten Blütenangebot sind sie vor vollendete Tatsachen gestellt. Honigbienen hingegen können vom Menschen einfach weitergezügelt werden oder werden mit Zuckerwasser versorgt. Hinzu kommt, dass Honigbienen nicht selten Krankheiten einschleppen, gegen welche Wildbienen machtlos sind.

Für weiterführende Informationen zu diesem Thema können wir auf die Publikation von Ronald Burger Wildbienen first verweisen. 

Honigbienen in der Stadt

Experten sehen der zunehmend boomenden Stadtimkerei mit Sorge gegenüber. Vor allem angesichts der vielen seltenen und gefährdeten Wildbienenarten, welchen unsere urbane Räume ein Zuhause bieten. 

Mittlerweile ist die Honigbienendichte in den meisten Städten derart hoch, dass eine Konkurrenz und somit Bedrohung für unsere Wildbienen unausweichlich wird. Und doch werden Honigbienen und deren Haltung so stark gefördert wie noch nie. So greifen zum Beispiel zahlreiche Unternehmen im Rahmen ihrer Image-Kampagnen zur Honigbienenhaltung. Doch das Label der Biodiversitätsförderung trügt und bringt unsere natürliche Umwelt in ein zunehmend prekäres Ungleichgewicht.

Hinzu kommt, dass die Haltebedingungen der Honigbienen oftmals problematisch sind. Viele Praktiken die man aus der Massentierhaltung kennt, kommen auch hier zum Einsatz.

Es ginge auch anders...

Honigbienen leisten für uns Menschen zweifelsohne wertvolle Dienste. Es gilt jedoch, ein für unsere Umwelt gesundes Gleichgewicht zu finden. Der erste Schritt dahin liegt in der Verbreitung dieses Wissens. Und Du kannst dazu beitragen!

Viele weiterführende Informationen findest Du bei FREETHEBEES.